Die waffenlose Philippinische Kampfkunst 

 

Panantukan oder Filipino Boxing ist eine eigenständige und waffenlose  Philippinische Kampfkunst. Es wird auch als "schmutziges" Boxen bezeichnet, da es nicht es keine sportlichen Regeln kennt und Techniken beinhaltet die im Sport zu schweren Verletzungen führen würden. Seinen Ursprung findet Panantukan in dem Philippinischen Kali und dem westlichen Boxen. 

Philippinische Kampfkünste werden oft wegen des historischen Hintergrunds für Waffen auf den Stockkampf reduziert. 

 

Gerade das Verständnis der verschiedensten Kampfsituationen, Distanzen und taktischen Grundlagen sind jedoch ein wichtiger Baustein der Philippinischen Kampfkünste.

Trainiert wird mit und ohne Boxhandschuhen welches einen besonderen Reiz ausmacht um Anwendungen speziell für die Selbstverteidigung trainieren zu können. 

Ursprung der Philippinische Kampfkünsten

Die Philippinische Kampfkünste haben eine alte Geschichte die über 1500 Jahre zurück liegt. Die Philippinen waren immer schon ein Vielvölkerstaat mit unterschiedlichsten Kulturen und Sprachen. In den vielen kriegerischen Auseinandersetzungen haben sich auch die verschiedensten Kriegskünste entwickeln können. Da die Philippinen über 7000 Inseln umfasst haben sich auch unterschiedliche Stile wie Kali, Eskrima und Arnis gebildet. Diese hoch- effektiven und erprobten Kampfkünste beinhalten ein großes Spektrum an Prinzipien, Taktik und Techniken im Waffenkampf (Stock, Messer, Speer, Peitsche usw.)  sowie spezielle waffenlosen Elemente. Kali, Eskrima und Arnis sind Überbegriffe und innerhalb der einzelnen Stile gibt es aber eine Vielzahl von Stilrichtungen. Panantukan ist ein waffenloses System im Inosanto – Lacoste Kali System. 

Lapulapu - der Phillinische Held

Der erste bekannte Philippinische Held, Lapulapu, soll einer der führenden Meister des Arnis gewesen sein, welches damals unter seinem einheimischen Namen Pangamut bekannt war. Tatsächlich hatte Lapulapu seine Männer schon lange vor dem historischen Kampf gegen Ferdinand Magellan, am 27.April 1521 auf der Mactan Insel, durch hartes Training intensiv auf die entscheidenden Kraftproben gegen die Feinde vorbereitet. Als der erste Weltumsegler in der Geschichte versuchte, den widerspenstigen Lapulapu, der sich weigerte sich mit ihm in Cebu zu treffen, zu unterwerfen, wurde er, wie nicht anders zu erwarten, nicht mit Gewehrkugeln sondern mit einfachen Holzwaffen, Speeren und Bolos konfrontiert. Als der Schlachtlärm verklungen war, zeigte sich ironischerweise, dass die „modernen" Waffen der spanischen Eroberer den primitiven Holzwaffen von Lapulapu und seinen Kriegern in jeder Hinsicht unterlegen waren. Magellan fiel in dieser Schlacht.

Trainingsinhalte

Panantukan beinhaltet Techniken wie Schläge mit den Fäusten und offenen Händen, mit dem Unterarmen, Ellenbogenstöße, Hebeln, Kopfstöße, Augenstiche, ziehen und stoßen des Gegners, Schläge auf Muskeln,  Kniestöße und Tritte,  sowie Techniken um das Gleichgewicht des Gegner brechen und die unterschiedlichsten Arten von Würfen und Fegern .

Pananjakman beinhaltet hauptsächlich Tritt- und Knietechniken und effektive Blocktechniken gegen Tritte. Ausgeführt werden nur tiefe Tritte (unter der Gürtelhöhe) zu den Gelenken, Schienbeinen, Genitalbereich und Oberschenkel, sowie Techniken um den Gegner zu Fall zu bringen. 

Sikaran vergleichbar mit dem klassischen Kickboxen indem auch hohe Kicks erlaubt sind. Wobei aber auch Würfe und Takedowns Inhalt der Trainings sind.

Sikaran vergleichbar mit dem klassischen Kickboxen indem auch hohe Kicks erlaubt sind. Wobei aber auch Würfe und Takedowns Inhalt der Trainings sind.

Dumog spezielle Art des Bodenkampfes bzw. den Gleichgewichtsbruch des Angreifers, Takedowns, Hebeltechniken und Bodenkontrolle.

Trainingsziele

Panantukan ist ein vollständiges und kompaktes waffenloses Kampfkunstsystem, es beinhaltet alle für den Kampf relevanten Aspekte der waffenlosen Verteidigung. Neben des Erlernen von Techniken wird großer  Wert auf die Verinnerlichung und Umsetzung der Prinzipien gelegt. 

Besonderer Wert wird beim Training aber auch auf Timing, Schnelligkeit, Sensitivität, Gleichgewicht, Stärke, Koordination, Entschlossenheit und  Durchhaltevermögen gelegt. Im Training werden dynamische Angriffe, Konter und Gegenkonter, Drills, Flows, Schlagkombinationen, Sparring (fortgeschrittenen Level) und mit Focus Mitts trainiert. Ziel ist es, alle Techniken in einem "Flow" Fluss anwenden zu können. 

Merkmale von Panantukan

In den Philippinischen Kampfkünsten ist die Waffe lediglich ein Ersatz für die waffenlose Hand. Viele Techniken unterscheiden sich nicht in ihrer Bewegung mit oder ohne einer Waffe. Viele der Angriffs- oder Verteidigungstechniken werden gleichzeitig durchgeführt (z.B.: Block und Schlag) und erreichen so eine höhere Effizienz. 

Panantukan basiert auf der Basis offensiven Verteidigung. Durch die technische Präzision ist es möglich, die Schlagversuche des Gegners bereits im Ansatz zu kontrollieren. Die Bewegungsabläufe werden ständig trainiert und  gefestigt um sie jederzeit abrufen zu können.  

Im Panantukan werden alle Körperwaffen eingesetzt (wie Knie, Ellenbogen, Kopfstoß usw.), was es wiederum auch so effektiv macht. Somit ergeben sich auch unterschiedlichste Wege die zum Ziel führen und Kampfentscheiden sein können. 

Ein spezielles Merkmal ist, dass im Panantukan versucht wird, die Angriffshand oder -bein außer Gefecht (brechen, ausrenken, Gunting usw.) zu setzen und somit einen Entscheidenten Vorteil daraus zu ziehen.

Die Besonderheiten des Panantukan sind aber auch Position oder der Winkel zum Gegner, die optimale Kraftentwicklung, ausgefeilte Beinarbeit und ein großes Technikrepertoire.

Ein wichtiges Prinzip im Panantukan ist die Grundregel der "Manipulation". Durch das Pushen, Pullen und Trapping wird der Gegner in eine Position gebracht, die es ermöglicht ihn leichter zu kontrollieren und weiter zu attackieren.

Gunting - Treffen verschiedener, empfindlicher Nervenpunkte und Muskelgruppen - sowie Hebel- und Fegetechniken.

Kampfsport - Kampfkunst - Selbstverteidigung - die Unterschiede

Kampfsport - wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Sportart mit Regeln, Gewichtsklassen, Trennung nach Geschlechtern und Trennung von Erwachsenen und Kindern. Kampfsport ist das Messen der eigenen Kampffähigkeit mit der eines Gegners nach vorher festgelegten Regeln; hierbei steht der sportliche Aspekt im Vordergrund, d.h. es geht darum, zu gewinnen und besser zu sein als der Gegner. 

Selbstverteidigung bedeutet die Vermeidung und Abwehr von Angriffen auf die seelische oder körperliche Unversehrtheit eines Menschen. Die Spannweite solcher Angriffe beginnt bei Nichtbeachtung , unbedachten Äußerungen, Einnehmen von Gemeinschaftsraum, setzt sich fort über Beleidigungen, Mobbing und Körperverletzung (Körperverletzung ist der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung) und reicht bis zu schwersten Gewaltverbrechen.

Kampfkunst - Kampfkünste haben unterschiedliche Ziele. Es spielen oft Persönlichkeitsentwicklung, Bewegung, Tradition, Kleidung und kunstvolle Technikabläufe eine wichtige Rolle. In vielen Kampfkünsten wird großes Gewicht auf die charakterliche Entwicklung und geistige Einstellung des Praktizierenden gelegt. Ziel ist nicht nur die reine Selbstverteidigung, sondern seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln (Trainingsinhalte). 

Trainingsaufbau

Der Unterricht im Panantukan in unserem Institut ist systematisch und sinnvollen strukturiert. Es gibt mehrere Basis-, Mittel und Fortgeschrittenenstufen. Alle Stufen bauen auf die vorherigen Stufen auf, somit hat der Panantukan-Lernende einen optimalen Lernerfolg. 

 

   

 

 

 

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